„Logistisch ist das ungenügend!“

Böhmwiese

 

Servus Jan, die Vorbereitung nähert sich dem Ende. Aus sportlicher Sicht sind die Ziele für die kommende Saison klar – wir nutzen die Gelegenheit, um mit Dir über die aktuelle Platzsituation aus organisatorischer Sicht zu sprechen. Normalerweise übernimmst Du die Durchführung der Interviews, heute stehst Du mal als Interviewpartner auf der anderen Seite zur Verfügung.

Euer Platz ist die Böhmwiese an der B11. Dort gibt es weder Kabinen noch sanitäre Anlagen. Welche Kabinen nutzt ihr? Wie läuft die Organisation an einem Heimspieltag ab?

Aktuell ist es so, dass uns die Stadt Geretsried die Kabinen und sanitären Anlagen der Gesamtschulhalle in Geretsried zur Verfügung stellt. Für den Trainingsbetrieb ist dies aus meiner Sicht auch vollkommen in Ordnung, da wir die kleine Laufeinheit zum Platz quasi als Aufwärmen betrachten. Für unsere Heimspiele finde ich diese Konstellation nicht gut – logistisch ist das ungenügend in meinen Augen. Wir müssen von unseren Gästen verlangen, sich vor dem Spiel in der Halle umzuziehen und dann mit dem Auto zum Platz zu fahren. Bei jedem anderen Verein ist es üblich, dass sich die Teams kurz vor Spielbeginn noch einmal in der Kabine umziehen, um ein trockenes Trikot anziehen zu können.

Auch in der Halbzeit muss das gegnerische Team am Platz bleiben, da die Zeit nicht ausreicht, um zurückzufahren – Was jetzt im Sommer kein Problem darstellt, wird in den kommenden Monaten durchaus ungemütlich. Bei Regen müssen die Spieler pitschnass in die Kabinen zurückfahren. Das Risiko einer Erkältung oder Verkühlung der Spieler ist hierbei nicht wegzudenken.

Auch für unsere Zuschauer ist die Situation nicht gerade optimal, da keine sanitären Anlagen vor Ort sind. Der hygienische Faktor sowohl für die Spieler als auch für die Zuschauer ist aus meiner Sicht katastrophal.

 

Wieso könnt Ihr eure Heimspiele nicht auf einem anderen Platz austragen, wo sich der Gast auch angemessen umziehen kann?

Dieses Anliegen haben wir der Stadt Geretsried mehrmals vorgetragen. Die Stadt bietet aktuell keine Lösungsvorschläge für unsere Platzsituation. Beim TuS Geretsried sind die Plätze bereits vollkommen belegt. Bei anderen Geretsrieder Vereinen, wie dem SV Gelting zum Beispiel, gibt es große Kapazitäten. Allerdings stehen hier besondere Nutzungsverträge im Weg, die es den Vereinen ermöglichen, über die öffentlichen Plätze zu bestimmen. Mehrmals haben wir versucht, eine Einigung mit den anderen Fussballvereinen zu erzielen – Beim FC Geretsried gab es eine Vereinbarung für die Nutzung der Kabinen und Duschen für eine Saison. Diese wurde seitens des FC Geretsrieds in diesem Jahr nicht weiter verlängert. Auch der SV Gelting sieht im Moment nicht ein, die Plätze mit unserem Verein zu teilen. Da der Verein insgesamt nur wenige Mannschaften im Spielbetrieb hält und zwei Fussballplätze zur Verfügung hat, finde ich diese Konstellation sehr schade.

 

Gibt es Ideen für eine kurzfristige Lösung des Problems? In einigen Jahren soll die Böhmwiese bebaut werden. Gibt es langfristig schon eine Lösung dafür?

Die Bebauung der Böhmwiese ist meines Wissens beschlossene Sache. Eine langfristige Lösung gibt es hierfür bisher nicht. In naher Zukunft wird es ein Treffen zwischen der Stadt Geretsried und den Geretsrieder Vereinen geben, bei dem der Sachverhalt angesprochen werden soll. Kurzfristig haben wir als Lösungsmöglichkeit die Alternative vorgeschlagen, zwei Container zum Umziehen und einen Container zum Duschen auf dem Parkplatz neben der Böhmwiese zu platzieren. Aus baurechtlichen Gründen scheint dies allerdings nicht möglich zu sein.

Ich persönliche finde, dass hier auf jeden Fall Handlungsbedarf besteht. Als Geretsrieder Verein mit 50 Mitgliedern fühlen wir uns dazu verpflichtet, ein ordentliches Bild der Stadt Geretsried nach außen zu tragen. Mit der aktuellen Logistik ist dies in meinen Augen nicht gegeben.

 

Vielen Dank für das Interview.

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